Citrix Anwendungs Virtualisierung

Anwendungs-Virtualisierung erlaubt es dem User, Applikationen zu nutzen, die nicht auf seinem Endgerät installiert sind. Möglich machen dies heute zwei unterschiedliche technologische Konzepte.
Serverseitige Anwendungs-Virtualisierung: Bei diesem Verfahren wird die Benutzeroberfläche einer Applikation von der Anwendungsausführung getrennt. Die eigentliche Anwendung wird zu 100 Prozent auf einem zentralen Server installiert und ausgeführt. Während der Anwender mit der gewohnten Benutzeroberfläche arbeitet, werden seine Tastatureingaben und Mausklicks im Hintergrund an den Server übertragen. Dieser verarbeitet die Eingaben und schickt entsprechende Bildschirm-Updates zurück. Voraussetzung für die Serverseitige Anwendungs-Virtualisierung ist daher eine Netzwerkverbindung zwischen Client und Server.
Clientseitige Anwendungs-Virtualisierung: Der Administrator erstellt dazu zunächst ein Anwendungspaket mit Hilfe eines Profilers und legt das Anwendungspaket auf einem zentralen Server ab. Sobald ein Benutzer die Anwendung aufruft, wird sie „on demand" auf das Endgerät übertragen und in einer isolierten Umgebung ausgeführt. Eine lokale Installation ist nicht erforderlich. Während der Nutzung werden die einzelnen Programmkomponenten jeweils nach Bedarf heruntergeladen und lokal ausgeführt. Wenn die Anwendung einmal auf das Endgerät übertragen wurde, kann der Benutzer sie auch im Offline-Modus verwenden.
Warum Anwendungs-Virtualisierung?
Vereinfachte Administration: Neue Anwendungen und Updates müssen nicht mehr auf den einzelnen Endgeräten eingerichtet werden, sondern nur noch einmal auf den zentralen Servern. Große Unternehmen sparen sich so die oft monatelangen Software-Rollouts und können dafür sorgen, dass aktuelle Softwareversionen den Anwendern an allen Standorten zeitgleich zur Verfügung stellen. Anwendungskonflikte lassen sich durch das Ausführen der virtualisierten Anwendungen in isolierten Umgebungen vermeiden.
Sicherheit: Alle Anwender arbeiten mit einheitlichen Softwareversionen einschließlich der aktuellsten Sicherheits-Updates. Die Administratoren können gewährleisten, dass sensible Unternehmensdaten das geschützte Rechenzentrum nur verlassen, wenn sie dies explizit genehmigen. So lässt sich zum Beispiel verhindern, dass vertrauliche Informationen auf unsicheren Endgeräten zurückbleiben. Flexibilität: Der Zugriff auf die zentral bereitgestellten Anwendungen ist von jedem Ort aus und mit nahezu jedem Endgerät möglich. Mobile Mitarbeiter und Anwender im Home Office können beispielsweise via Internet auf ihre persönliche Arbeitsumgebung zugreifen. Die Clientseitige Anwendungs-Virtualisierung erlaubt auch die Offline-Nutzung von Applikationen.
Performance: Oft ist die Benutzerakzeptanz für bestimmte Anwendungen deshalb so gering, weil die Antwortzeiten der Anwendungen zu lang sind. Bei Netzwerken mit hohen Latenzzeiten bzw. geringen Bandbreiten ist diese Problematik besonders gravierend. Virtualisierte Anwendungen beanspruchen nur eine minimale Bandbreite, da lediglich geringe Datenströme über das Netzwerk übertragen werden müssen. Daher können zum Beispiel auch mobile Benutzer, denen nur eine geringe Netzwerkband-breite zur Verfügung steht, produktiv mit den virtualisierten Applikationen arbeiten.
